
Königsmischung
Jahr
2027
Länge
24
Genre
Fiktion - Drama
Sprache
Englisch, Deutsch
Specs
Produktionsland
Deutschland, Österreich
Produktion
Plotlessfilm
Koproduktion
Maya Unger
Wien bei Nacht. In den schwarzen Räumen eines Clubs dröhnt Techno, Lichtkegel schneiden durch Rauch und verschwommene Körper. Richard (32) und Ekon (24) sitzen mit Bier in einer Ecke - beobachten die Menge, reden auf Yoruba, halten sich eng zusammen. Sie wirken fremd in dieser Stadt und zugleich entschlossen, sich für einen Abend treiben zu lassen. Dort stoßen sie auf Florian (30) und Manon (33) – gut situierte österreichische Cousins, die völlig aus dem Rahmen des dreckigen Technoclubs fallen: Hemd, Anzughose, Rock, Lackschuhe. Florian ist komplett zugedröhnt und hält die beiden Nigerianer in seinem Rausch für Drogendealer. Ein unangenehmer, von Vorurteilen geprägter Moment, der beide Seiten auf Distanz gehen lässt. Als Richard und Ekon später wegen ihrer falschen Outfits an der Tür eines Szeneclubs abgewiesen werden, kreuzen sich ihre Wege erneut. Florian, aufgestachelt durch das Koks, legt sich lautstark mit dem Türsteher an und provoziert ihn. Die Situation droht zu eskalieren, und der ungleichen Gruppe bleibt nur die gemeinsame Flucht in die Dunkelheit. Der völlig aufgekratzte Florian will die Nacht nicht enden lassen. Getrieben von seinem High überredet er die beiden, sich ihm und Manon anzuschließen. Beim gemeinsamen Streifzug durch die Stadt beginnen die Fassaden zu bröckeln: Trotz der tiefen sozialen Gräben tauschen sich die vier aus, und zwischen den so unterschiedlichen Welten blitzt eine unerwartete Nähe auf. Zwischen Richard und Manon bahnt sich etwas mehr als nur Freunschaft an. Schließlich verspricht Florian einen ganz besonderen Zufluchtsort für den Rest der Nacht. Dieser Ort entpuppt sich als die abgewohnte Drogenwohnung der abgebrühten Maria – eine klaustrophobische Bude, in der die beiden Lebensrealitäten frontal aufeinanderprallen. Doch in dieser entrückten, fast surrealen Atmosphäre entsteht für einen kurzen Moment eine ungeschönte Verbundenheit. Soziale Grenzen verschwimmen und gemeinsam tanzen sie zur Musik aus Richards und Ekons Heimatland. Doch diese harmonische Gemeinschaft zerbricht brutal an der vorherrschenden gesellschaftlichen Realität. Als Florian leichtsinnig eine fatale Drogenmischung und Ekon infolgedessen lebensgefährlich kollabiert, weicht die vermeintliche Solidarität purer Panik. Um die eigene Haut zu retten, flüchten Florian und Manon. Richard bleibt mit seinem ohnmächtigen Freund völlig allein zurück.
Regie Julian Gerchow
Drehbuch Julian Gerchow & Reza Rasouli
Produktion Maximilian Hasenstab, Maya Unger, Julian Gerchow
Kamera Christian Kochmann
Richard Richard Aphery
Manon Maya Unger
Florian Thomas Schubert
Förderung Stadt Wien Kulturförderung